Wiedersehen nach fast einem Jahr

Relativ kurz entschlossen reiste ich Mitte Februar diesen Jahres nach Arsuha. Ich nutzte meine drei Wochen Semesterferien, um nach fast einem Jahr wieder nach Tansania zurückzukommen und alle wiederzusehen.

Schon am Flughafen und dann auch ein paar Stunden später in Arusha war ich von den Gefühlen und Emotionen überwältigt. Es war alles noch so vertraut und normal, auf der anderen Seite wieder so anders und neu. Ich konnte es kaum erwarten, am Tag nach meiner Ankunft in das Waisenheim Samaritan zu fahren. Am Nachmittag war es dann endlich so weit und ich nahm ein Dalla Dalla (Minibus) nach Moshono, einem Stadtteil am Rand von Arusha. Von der Endhaltestelle waren es noch etwa zehn Minuten bis zum Samaritan zu laufen und ich war sehr gespannt, ob mich die Kinder und die Mitarbeiter noch erkennen würden. Doch bereits als ich die neu gepflasterte Einfahrt hoch lief und dort auf Agnes, die stellvertretende Direktorin, und drei andere Mitarbeiter traf, war die Freude groß! Auch als die kleinen Kinder aus dem Mittagsschlaf erwachten und die großen aus der Schule kamen, war die Wiedersehensfreude groß.

Am nächsten Tag ging es für mich in die Vorschule Mwanga Children´s Foundation. Dort hatte ich persönlich nicht so viel Zeit verbracht, deshalb erkannten mich die Kinder auch nicht wieder, aber die Lehrerinnen und der Direktor Saidi waren happy, dass ich wieder da war und gute Neuigkeiten aus Deutschland mitbrachte .

Ich versuchte so viel Zeit wie möglich in beiden Einrichtungen zu verbringen. Von beiden Institutionen war ich begeistert, was sich in den letzten 10 Monaten getan hatte:

Samaritan:

Alle Mitarbeiter des Samaritan nehmen seit April 2017 an regelmäßigen Fortbildungen teil, die der Direktor Josephat organisiert. Die Fortschritte in der Erziehung der Kinder und der pädagogischen Grundhaltung konnte ich direkt beobachten.  Der Umgang untereinander ist harmonischer geworden und auch die Kinder und Jugendliche sind meines Erachtens gefestigter. Bei jedem  einzelnen Kind sind deutliche Entwicklungsfortschritte sichtbar.

Desweiteren ist das Grundstück ausgebaut worden: Es gibt jetzt eine überdachte Kochstelle, neue Tische und Bänke für die Kinder im Essensraum, die Einfahrt wurde komplett gepflastert und neu gestaltet und in der Zeit, in der ich da war, wurde ein neues „Treibhaus“ für den Anbau von eigenem Gemüse gebaut.

Ich nutzte meine Zeit vor Ort, um mich – soweit es ging – mit den Kindern und Jugendlichen, den Angestellten und dem Direktor zu unterhalten, um weiteren Förderbedarf zu ermitteln. Bereits letztes Jahr war es für die Kinder immer eine große Freude, wenn ich meine Bunt- und Filzstifte, Wasserfarben und Bastelmaterialien auspackte. Auch dieses Mal entstanden viele Kunstwerke, mit denen wir die Schlafräume verschönerten und auf die alle sehr stolz waren.

Mwanga Children´s Foundation:

Auch hier konnte ich zahlreiche Fortschritte verzeichnen. Auf den ersten Blick fällt bereits das neue Gebäude auf. Dieses ist im letzten halben Jahr von ein paar Freiwilligen gebaut worden und ist echt schön geworden . Darin befindet sich nun ein Ruhe- und Schlafraum. In diesem können die Kinder sich nach dem Mittagessen hinlegen und einen kurzen Mittagsschlaf machen. Zudem ist eines der Klassenzimmer zu einem Essensraum umfunktioniert worden. Ebenfalls durch Spenden konnten Tische und Stühle gekauft werden, sodass alle Kinder nun dort gemeinsam essen können.

Ursprünglich war das Mwanga eine Vorschule, in der die Kinder unterrichtet wurden. Allerdings hatte die Regierung kurz vor meinem Besuch bemängelt, dass die Räumlichkeiten nicht für eine Vorschule geeignet seien, sondern eher für eine Kindertagesstätte.  Aufgrund dessen befindet sich alles gerade  im Umbruch. Aus den Klassenzimmern sollen Spielzimmer entstehen, in denen unterschiedliche Lern- und Spielmaterialien zur Verfügung stehen.

Da mir auch sehr die gesundheitliche Förderung der Kinder am Herzen liegt, habe ich mich sehr gefreut zu sehen, dass die Kinder nach dem Mittagessen die Zähne putzen und jeder seine eigene Zahnbürste hat.

Mit Saidi, dem Direktor, versuchte ich eine Reihe von Dingen zu regeln. Dabei musste ich immer wieder lernen, dass die Uhren in Tansania anders – vor allem langsamer ticken. Am Ende war ich jedoch froh, dank seiner Hilfe so viele Einblicke in  das Arbeitsleben sammeln zu können.

Ein paar Bilder, die während meines Besuchs in beiden Institutionen entstanden, können Sie sich in der Galerie anschauen:

https://watoyo-tanzania.de/carla-in-tansania-maerz-2018/